E:UTSA kooperiert mit FreeSZFE und ermöglicht Budapester Student*innen den Abschluss

Das europäische Netzwerk E:UTSA, das insgesamt 19 Theaterakademien und -hochschulen umfasst, kooperiert mit Budapester Student*innen und Professor*innen der FreeSZFE und ermöglicht es den Student*innen, ihren Abschluss zu machen. Seit November 2020 konnten die Student*innen die Universität nicht betreten und hatten keine Möglichkeit ihr Studium unter den Bedingungen des Studienbeginns fortzuführen und zu beenden. Neben der ADK kooperieren mit FreeSZFE die Universität Mozarteum Salzburg, die Warschauer Universität für Theaterkunst und ihre Puppenspiel-Fakultät in Bialystok sowie die Accademia Teatro Dimitri in der Schweiz. Die Filmakademie Baden-Württemberg hat ein Projekt zur Unterstützung und Promotion von Filmen der Abgänger*innen entwickelt. Das ungarische Goethe-Institut unterstützt den Austausch.

Pressemitteilung der FreeSZFE hier | Presse ZEITonline u.a./DPA hier

Es ist das erste größere Kooperationsprojekt der E-UTSA unter Federführung der ADK und des Mozarteums, das sich einordnet in das Bestreben des internationalen Netzwerks, eine zeitgemäße Ausbildung in einem europäischen Rahmen zu fördern. Grundgedanke ist die Annahme, dass Student*innen unterschiedliche kulturelle Hintergründe und verschiedene Sprachen haben und diese Unterschiede Quelle der Inspiration und Kreativität sind. Die postnationale Vielfalt Europas dient als Ausgangspunkt für Kooperationsprojekte, die Austausch und Vernetzung in der Lehre und für Student*innen nachhaltig ermöglichen. Die Kooperation mit Free SZFE ist das erste große Kooperationsprojekt vor dem Hintergrund dieses europäischen Gedankens.

Zum Hintergrund

Student*innen hatten im September die Universität für Theater- und Filmkunst (SZFE) in Budapest besetzt. Ein großer Teil der Lehrenden und des Kollegiums schlossen sich dem Protest an. Er richtete sich gegen die Maßnahmen der Orbán-Regierung, die den Hochschulen die Freiheit der Lehre und die Autonomie nehmen. Ein fatales Zeichen für die Freiheit der Künste in Ungarn.

Ab Mitte November waren die Räume der Universität geschlossen. Die Student*innen hatten keine Möglichkeit ihr Studium fortzuführen. Das Netzwerk E:UTSA, dem die ADK angehört, bemühte sich um Hilfestellungen.

Die ADK, ihre Direktion, Dozent*innen und Student*innen, unterstützen die ungarischen Kolleg*innen und die Studentenschaft.
»Die Freiheit der Künste und die Unabhängigkeit der Lehre sind ein Garant für eine offene, zivile Gesellschaft. Wir unterstützen die Student*innen, die sich für diese Werte einsetzen und sie verteidigen. Unsere Solidarität gilt der Theater- und Filmhochschule Budapest, die wie die ADK Partner im europäischen Theaternetzwerk E:UTSA ist.« Elisabeth Schweeger, Künstlerische Direktorin der ADK

>> Presseberichte: Deutsche Welle, 11.09.2020 hier. Deutschlandfunk, 01.09. hier, 3Sat hier , Süddeutsche Zeitung, 07.09. hier

 

Solidaritäts-Aufruf des ungarischen Theaterregisseurs Árpád Schilling (September 2020)

»The Hungarian theatre needs your help!« (Deutsche Übersetzung hier)

Dear Theatre directors, Actors, Playwrights, Dramaturges and so on…
in short: Dear Colleagues,

You may have heard that Attila Vidnyánszky (director of the National Theater of Budapest and MITEM Theatre Festival), acting on behalf of the Hungarian government, seriously violated the autonomy of the University of Theater and Film Arts in Budapest and, with the powerful help of the government propaganda media, put political pressure on the university’s leadership and a number of internationally recognized teachers and artists. Instead of professional arguments, ideological and political propaganda permeates this violent “conquest”.

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The Senate resigned as a result of indecent and unprofessional attacks, and in response, students occupied the main building of the university. Students aim to regain freedom of education and the arts. More and more people are standing up for the institution and the students. Most recently, the Berliner Ensemble issued a statement in which they distanced themselves from Attila Vidnyánszky and cancelled their guest performance at MITEM Festival, in the meantime Salman Rushdie expressed his solidarity with the students who barricaded in the building by sending a supporting photo.

I ask you too to support the cause of university students, the autonomy of universities and the artistic freedom. Please, cancel your participation in the festival organized by Attila Vidnyánszky, distance yourselves from him, issue a statement or send a supporting photo. Please use the hashtag #freeSZFE for supporting statements or just write this phrase on your palm, hold it up to the camera and post the photo on your social media account with the #freeSZFE hashtag or send it to the email address of the press team (szfe.media@gmail.com).

The Hungarian theatre needs your help!

Annexed, you can find a description and some video links that may help you to understand what has happened in recent months at the University of Theatre and Film Arts in Budapest, and at which horrible high level the Hungarian cultural life became politicized.

Thank you,

Árpád Schilling
theatre director

 

VIDEOS:
https://www.youtube.com/watch?time_continue=32&v=qcK3vc2-9Jc&feature=emb_logo

https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/gespraech-mit-anna-lengyel-100.html?fbclid=IwAR1TyXzJExH2xK5ke5DhsL8cjluQ6GVxkPOIgolGVNdHnTGiWlh_umsl9EA

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