Neue Räume | Digitale Bühne | Einblicke in das Lockdown-Semester | Sommer 2020

Neue (Theater-)Räume und -Formate schaffen. Vielfältig, vielschichtig, inspirierend arbeiten. Mit der Corona-Pandemie und Unerwartetem umgehen. Ob analog oder digital: Die ADK steht für die zeitgemäße und zukunftsfähige künstlerische Auseinandersetzung: als einen geschützten Raum zur Erprobung künstlerischer Prozesse, in dem Recherche, Experiment und Feedback Prinzip und Selbstverständlichkeit sind, um die eigene und gemeinsame Arbeit weiterzuentwickeln und neue Ufer zu erreichen. Einblicke in das Lockdown-Semester Sommer 2020:

»1920 | 2020. Beyond Theatre – Zwischen Industrialisierung und Digitalisierung« | Juni 2020

Was passiert, wenn Texte von Kurt Schwitters, Bertold Brecht, Rosa Luxemburg und Franz Kafka auf die digitalen Probebühnen im Jahr 2020 treffen? Die Regiestudent*innen Felix Bieske, Julian Mahid Carly, Amanda Lasker-Berlin, Anaïs D. Mauptit haben dies zusammen mit den Student*innen aus Schauspiel und Dramaturgie und Gästen künstlerisch erforscht. Entstanden sind dabei Formate, die zwischen Browsergame, Videoexperiment und Zoom-Gala unmittelbar unsere Jetztzeit verhandeln.
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Projekte

  • #wirwerdenrosa | Regie Amanda Lasker-Berlin

    Als eine Zeit der Neuorientierung, die sich in mannigfaltige Richtungen entwickeln kann, erscheint auch die Zeit Rosa Luxemburgs, dieser souveränen Wortführerin unterdrückter Arbeiter*innen: eine Experimentieranordnung im Videoformat, in der vier verschiedene soziale Klassen aufeinander treffen und ihre Handlungspotentiale ausloten. Weiter hier

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    Regie: Amanda Lasker-Berlin | Es spielen: Lily Josephin Frank, Stella Hanheide, Till Krüger, Sara Scheer | Dramaturgie: Nina Dahl | Bühnen- und Kostümbild: Amanda Lasker-Berlin | Videoschnitt Interview: Jens Naujoks
    © Akademie für Darstellende Kunst Baden-Würrtemberg GmbH
  • »Metamorphosis« nach Franz Kafka | Regie: Julian Mahid Carly

    Aufeinanderhockend und chronisch gereizt finden sich die Samsas in der Krise wieder… Unter Verwendung von Franz Kafkas ikonischer Erzählung »Die Verwandlung« verschneidet Julian Mahid Carly in seinem Text Phänomene der Popkultur mit pseudowissenschaftlicher Psychoanalytik und aktuellen Diskursen um soziale Gerechtigkeit. Dabei dehnt er seine Erzählungen im digitalen Format über 100 Jahre und knüpft an die Debatte um die Parallelen von damals und heute an. Wie Vampire ungewissen Alters werden die Figuren gleichzeitig zu Zeitzeugen der Weimarer Republik und verschrobenen Karikaturen von heute. Weiter hier

     

    © ADK BW
  • »Der Ozeanflug« – ein interaktives Hörspiel nach der Radio-Oper von Bertolt Brecht | Regie: Felix Bieske

    Brechts Lehrstück, eine Metapher für das Erreichen des vermeintlich Unerreichbaren, für die Emanzipation von gesellschaftlichen Zwängen durch das Auf-sich-gestellt-Sein: Eine Metapher, übersetzt in ein interaktives Hörspiel, bei dem die Hörer*innen die konsumierende Position verlassen und selbst zu Protagonist*innen werden. Weiter hier

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    Audiofeature zu »Der Ozeanflug«.
    Es spricht: Sarah Charlotte Becker (Dramaturgie, 1. Jahr) | Musik: Steffen Scheuermann
    »Der Ozeanflug«
    Ein interaktives Hörspiel nach der Radio-Oper von Bertolt Brecht | Regie: Felix Bieske | Es sprechen Sarah Palarczyk, Johannes May, Caro Mendelski, Sophie Richter, Leo Röcker, Jonathan Springer | Dramaturgie: Sarah Charlotte Becker | Game Design: Johannes May | Klang: Steffen Scheuermann
  • »Der Zusammenstoß – www.zusammenstoß.dada« frei nach Motiven von Kurt Schwitters | Regie: Anaïs Durand-Mauptit

    Eine einmalige Theatervorstellung im digitalen Raum: zur Dokumentation  hier

    Die Weichen stehen auf Weltuntergang im Berlin der späten Zwanziger Jahre: In Kurt Schwitters’ (*1887; †1948 im Exil in England) komischer Oper »Der Zusammenstoß« (1928) gerät die Erde auf Kollisionskurs mit dem „grünen Globus”. Der Stücktitel ist Programm: Romantische Ballade, surrealistisches Ballett, Revue, Meta-Kommentare und lautmalerischer Sprachwitz werden zu einem dadaistischen Spektakel collagiert.

    »www.zusammenstoß.dada«bedient sich an den Motiven dieser Vorlage wie zeitgenössische Internetkultur an geistigem Eigentum: ein Streifzug durch die Säle eines digitalen Varieté, wo das Publikum Ausblicke auf die letzten Minuten einer dem Untergang geweihten Zivilisation entdeckt, die sich nicht aus ihrer Erstarrung lösen wird. Weiter hier

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    © Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg GmbH

     

Bachelor Regie

Schnell – kreativ – engagiert: Die Regie-Absolvent*innen passten ihre Projekt-Konzeptionen in kürzester Zeit der Situation an. Enstanden sind verschiedenste neue Formen und Konstellationen.

Inszenierungen

  • »Vor dem Fest« nach dem Roman von Saša Stanišić | Regie: Maximilian Pellert. Bachelorinszenierung

    Ein Dorf ist traurig, denn es verlor seinen Fährmann. Aber das Dorf ist auch ein bisschen aufgeregt, denn morgen feiert es ein Fest. Zuvor muss die Nacht ausgestanden werden. Diese verspricht Magie, Heldinnen, Räuber und Regen. Doch einige sind ruhelos in dieser Nacht, wandeln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Lebenshunger und Lebensmüdigkeit.
    Begleiten wir sie zu den Ruinen der Erinnerung und in den Krieg, durch die Brände der Geschichte und zum Zigarettenautomat. Folgen wir ihnen von dem Haus namens Heimat bis zu den Seen; in deren Mitte: ein Leuchten, das Hoffnung verspricht. »Vor dem Fest« von Saša Stanišić ist Roadmovie, Heimatbild, Märchen und Wild West in der Uckermark. Eine Bühnenadaption des Erfolgsromans ins Freie verlegt. Weiter hier

    In Kooperation mit der abk – Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, weiter hier

       

    © Steven M. Schultz | ADK

  • »Geschichten aus der Wall Street iCh mÖhCte liEbEr NihCt« von Rafael Ossami Saidy nach Herman Melville | Regie: Rafael Ossami Saidy

    Adaptiert von der Novelle »Bartleby, der Schreiber« von Herman Melville, setzt sich das Stück Geschichten aus der Wall Street iCh mÖhCte liEbEr NihCt mit dem Moment des Widerstands und der Kraft des »Ich möchte lieber nicht« auseinander und stellt die Frage nach dem Ansteckungspotential der Subversion. Über 6 Stunden entwickelt sich langsam diese Theaterinstallation, die die Frage nach der Möglichkeit eines anderen, utopischen Wegs stellt. Weiter hier

          

    © Steven M. Schultz | ADK

  • »Der Ursprung der Liebe« nach Liv Strömquist | Regie: Amelie Hafner

    Die performative Adaption von Liv Strömquists Graphic Novel ›Ursprung der Liebe‹ verhandelt das Konstrukt »Liebe« im Zusammenhang mit der kapitalistischen Verwertungslogik und dem Patriarchat: Dialogische Miniaturszenen entwirren faktenbasiert und humorvoll Theorien aus Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft, versachlichen Hollywood-Mythen und erotisch etablierte Begriffe und stoßen auf den Nährboden unserer unerfüllten Sehnsüchte und Schadensersatzforderungen. Weiter hier

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    Trailer: Anaïs Durand-Mauptit © ADK BW

Freie Projekte | Kooperationen

  • »Beton.Gemütlichkeit« | Regie: Rafael Ossami Saidy, Anaïs Durand-Mauptit | Festival DIE IRRITERTE STADT |

    Für 24 Stunden irritieren die Regisseur*innen Anaïs D. Mauptit* und Rafael Ossami Saidy* gemeinsam mit lokalen Kollaborateur*innen die versiegelten Flächen des Planbezirks Europaviertel, machen es sich so richtig gemütlich und laden Passant*innen wie Besucher*innen herzlich zu sich ein. Was an Aufenthaltsqualität üblicherweise dem Privatraum vorbehalten bleibt, wird hier offen geteilt: Installationen, Radiosendungen und Aktionen imaginieren für einen Tag und eine Nacht einen alternativen urbanen Raum. Weiter hier

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  • »Lockdown.Gemütlichkeit« eine sechstägige nicht-öffentliche Installation auf einem öffentlichen Platz von Rafael Ossami Saidy

    Unter dem Titel »Lockdown.Gemütlichkeit« begibt sich Rafael Ossami Saidy in die private Isolation auf dem Ludwigsburger Marktplatz. In dem öffentlich sichtbaren und dennoch nicht-öffentlich zugänglich konzipierten Raum hat er einen Teppich, ein Bett, einen Sessel, einen Tisch und eine Lampe installiert: »Das Projekt ist eine Auseinandersetzung mit unserer jetzigen Situation: Wir sind in unsere vier Wände verwiesen worden, zu unserem eigenen Schutz, zum Schutz der anderen. Wir sind DRINNEN. Draußen ist jetzt ein gefährlicher Ort, ein Ansteckungsort, aber: Auch der Ort unserer Sehnsüchte, der Ort, an dem wir einander begegneten… «
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    Lockdown Gemütlichkeit © ADK | Steven M. Schultz   

    © Steven M. Schultz | ADK

  • »Radio Einsamkeit« eine digitale Parabel von Nicola Bremer | Regie: Maximilian Pellert | neue Bühne Senftenberg

    Das Online-Theaterstück ist eine Kooperation der neuen Bühne Senftenberg und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Es entsteht auschließlich online – über die Grenzen zweier Länder bzw von vier Bundesländern bzw. von sechs Städten hinweg. Als eines der ersten deutschen Theater bringt die neuen Bühne Senftenberg Anfang Mai ein in der Corona-Krise entstandenes Stück – eine Uraufführung – auf eine digitale Theaterbühne. Nicola Bremers „Radio Einsamkeit“ ist originär als Reaktion auf die Krise – und in der Selbstisolation entstanden. Weiter hier

    In Kooperation mit der neuen Bühne Senftenberg, weiter hier

    Infos nBS hier
    Noch abrufbar auf Youtube. Erster Teil | Zweiter Teil | Dritter Teil

  • »Medea bin ich jetzt.« auf der Grundlage von Christa Wolfs »Medea. Stimmen« | Regie: Zita G. Wende

    »Es gibt drei Wahrheiten: deine Wahrheit, meine Wahrheit und die Wahrheit.« Ursprung unbekannt, China.

    Auf Grundlage von Christa Wolfs Roman »Medea Stimmen« hinterfragt die Inszenierung, was Wahrheit bedeutet. Jede der unterschiedlichen Wahrheiten steht für sich und wird zeigen, wie mehrdimensional Ereignisse sein können und wie die Schuldfrage je nach Sichtweise neu gestellt werden kann. In kurzen Videoclips veröffentlichen die Stimmen Akamas, Glauke und Leukon ihre Wahrheiten über Medeas Schuld und teilen diese über soziale Medien. Weiter hier

     

Neue Räume | Digitale Bühne | Einblicke in das Lockdown-Semester | Sommer 2020

FURORE 2020 | digital | Internationales Festival für junges Theater

Nachdem der Titel THE VOID des diesjährigen Festivals binnen weniger Wochen zur globalen Realität wurde, hat sich das studentische Team entschieden, die entstandene Leerstelle zu nutzen, um innezuhalten und über neue Wege und Formen unserer Kunst nachzudenken.

Eingeladen waren alle Künstler*innen, deren Arbeiten auf dem Festival zu sehen gewesen wären, zum neuen Format SCREAMING INTO THE VOID. Entstanden sind 8 kurze digitale Statements, die sich mit der aktuellen VOID, den ursprünglich eingereichten Arbeiten und den Möglichkeiten digitalen Theatermachens auseinandersetzen.

Zum Programm (mit Kurzvideos zu  eingereichten Beiträgen: siehe FURORE-Website hier

Aufgenommen wurde das Festival im Magazin »Netztheater. Positionen, Praxis, Produktionen« aus der Reihe »Schriften zu Bildung und Kultur« von der Heinrich-Böll-Stiftung und nachtkritik, das konstatiert: »Lerneffekte aus der Lockdown-Zeit waren auch das bestimmende Thema im Zoom-Nachgespräch zur digitalen Ausgabe des studentisch kuratierten FURORE-Festival der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg… All die die Beispiele zeigen: Eine Infrastruktur für Netztheater-Experimente existiert längst, und auch der Theaternachwuchs bringt das nötige Know-How schon mit – es wäre also ein Leichtes für die Schulen, Netztheater ins reguläre Curriculum zu übernehmen.«

Sonstige Arbeiten | u.a. Alumni

  • »Die Hausherren« Schauspiel von Rafael Ossami Saidy | Prinz Regent Theater Bochum

    SPIEL.FREI.GABE – DRAMATIKWETTBEWERB 2019

    »Die Hausherren« Schauspiel von Rafael Ossami Saidy,
    Eine Uraufführung als Videokonferenz. Premiere 23.04.2020.
    Prinz Regent Theater Bochum in Kooperation mit Rottstr 5 Theater, ZEITMAULtheater und der Folkwang UdK

    Rafael Ossami Saidy, Regie-Absolvent 2020 der ADK, gewann im den SPIEL.FREI.GABE – DRAMATIKWETTBEWERB 2019. Im April 2020 kam sein Text zur Uraufführung.
    Infos zur Veranstaltung, Website des Prinz Regent Theaters, hier

  • »Mein Freund der Baum« Kurzfilm von Jeffrey Döring | »Corona Creative« das digitale Filmfestival des MDR

    Mai 2020 | Weiterhin abrufbar hier
    »Mein Freund der Baum« Kurzfilm von Jeffrey Döring
    »Corona Creative« das digitale Filmfestival des MDR |
    Ausstrahlung Kurzfilm »Mein Freund der Baum«, einer von 20 ausgewählten Filmen unter 300 Einreichungen, von Dramaturgie-Alumni Jeffrey Döring in Zusammenarbeit mit Iris Schwarz (Alumna Motion Design Filmakademie BW) und Godje Hansen (Alumna Schauspiel ADK)

    Kurzfilm, ca. 10 Minuten Länge,

    Zum Inhalt
    Von wem könnten wir das Verhalten in Quarantäne besser lernen als von den Experten des Hausarrestes: den Topfpflanzen?

    Der Film zeigt sechs Tage und fünf Nächte in der Wohnungsquarantäne des Leipziger Regisseurs Jeffrey Döring, dem aufgrund von COVID-19 nicht nur die Jobs, sondern auch die sozialen Kontakte weggebrochen sind, und wie er diese durch seine grünen Freunde am Fensterbrett ersetzt. Während am Tag der Mann sich langsam seinen Pflanzen zärtlich annähert, kommen des Nachts in einer Mischung aus Realfilm und Animation seine Gewächse zu Wort. Doch so viel Fürsorge behagt denen gar nicht.

    Die Kamera verbleibt dabei immer in derselben Position und verfolgt wie einer stiller Beobachter, den Versuch von Mensch und Pflanzen miteinander zu kommunizieren. Denn selbst in Quarantänezeiten gilt: Wir sind nicht allein.

    Team
    Regie/ Kamera/ Schnitt Jeffrey Döring | Motion Design Iris Schwarz (Alumna Filmakademie BW) | Illustration: Mauricio Sosa Noreña | Sound Design: Felix Nagl | Nachrichtensprecherin: Godje Hansen (Alumna Schauspiel ADK)