»Am Königsweg« Schauspiel von Elfriede Jelinek | Regie: Benjamin Junghans| Verschoben! Neuer Termin folgt!

Regie: Benjamin Junghans | Viertes Studienjahr Regie | Freies Projekt
Eine Kooperation mit dem Theater Ulm

Premiere

23.04.2020 | 19:30 Uhr | Theater Ulm

Zur Inszenierung

Seit 2017 werden die Regierungsgeschäfte im selbsternannt mächtigsten Land der Welt von einem so dubiosen wie skrupellosen Unternehmer geleitet. Bereits zum Zeitpunkt seiner Amtseinführung hatte Elfriede Jelinek die erste Fassung eines Textes über diesen Mann und seinen Werdegang fertig gestellt: Sie macht die vermeintlichen Absonderlichkeiten und tatsächliche kriminelle Energie im Leben des Präsidenten anhand der Vergleichsmuster antiker und shakespearescher Tyrannen als charakteristische Wesenszüge und Verhaltensweisen eines Menschentyps kenntlich. Sein »Königsweg« lässt sich zudem als einer verstehen, der Ausdruck der Sinnkrise ist, der makabren Logik des kapitalistischen Wertesystems. Als fratzenhaftes Antlitz der freien Marktwirtschaft ist er Produkt und Sinnbild unserer Tage: Außer Geld gibt es kein Maß in der postfaktischen Welt. Mit blindem Vertrauen liefern sich daher wohl auch 2020 wieder Millionen pseudodemokratisch und freiwillig diesem Hasardeur und Egomanen aus und erhoffen sich, durch ihn und seine Erlöserkraft, jeder für sich und alle als Volk »great again« zu werden. Und in diesem Begehren sind sie nicht allein, denn der Wunsch zurück zu macht- und gewaltgestütztem Nationalismus und Separatismus ist ein globaler. Jelinek vermeidet das moralisch Appellative aus dichterhoher Warte ebenso wie die gleichfalls leicht zu bewerkstelligende Persiflage und kabarettistische Simplifizierung. So leicht und billig entzieht sie sich und uns nicht des Problems und der Frage: Wohin führt dieser Weg?

 

 

 

Mit: Silva Bieler Rudi Grieser Marie Luisa Kerkhoff Tini Prüfert
Inszenierung Benjamin Junghans | Ausstattung Maike Häber | Sounddesign Johann Meis | Dramaturgie Christian Stolz | Regieassistenz, Abendspielleitung, Inspizienz Joshua Taylor

Der Regisseur

Benjamin Junghans *1993 bei Leipzig studierte Deutsche Literatur und Geschichte in Berlin. Seit 2016 Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg.  Mit seinem Film “Keimzelle” feierte er im April 2019 auf dem 31. Dresdner Filmfest Premiere. Neben dem Studium entstanden auch erste Arbeiten für den Hörfunk.