Annette Kulenkampf

Geschäftsführerin der documenta und des Museums Fridericianum Kassel

Termin

16.01.2017 | 20:00 Uhr | ADK

Kunst im kalten Frieden? Kann, will  oder muss eine internationale Kunstpräsentation ein Statement für europäische Kultur sein vor dem Hintergrund eines politisch fragilen Europas? Prof. Dr. Elisabeth Schweeger und Annette Kulenkampff sprachen am Montag, den 16. Januar 2017 über das Selbstverständnis, die kulturpolitischen Möglichkeiten und die politische Aufgabe einer internationalen Kunstpräsentation. Inzwischen ist die alle fünf Jahre stattfindende documenta weit mehr als ein Forum für aktuelle Tendenzen der Gegenwartskunst. Sie ist ein Ort innovativer, Maßstäbe setzender Ausstellungskonzepte, sie ist ein Seismograph für gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Tendenzen der Gegenwart.

Annette Kulenkampf wurde 1957 in Hannover geboren. Nach dem Abitur und mehreren Auslandsaufenthalten arbeitete Kulenkampff als Stewardess und studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 1986 schloss sie das Studium mit dem Magister Artium ab. Von 1981 bis 1989 war sie Teilhaberin der Galerie für realistische Kunst Gering-Kulenkampff in Frankfurt am Main.

1989 wechselte sie nach Bonn und leitete bis 1995 die Publikationsabteilung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, die sie zuvor aufgebaut hatte. 1995 wurde Kulenkampff Assistentin der Geschäftsführung der beiden Kunstverlage Hatje und Cantz in Ostfildern, die zur J. Fink Mediengruppe gehörten. 1997 wurde sie Geschäftsführerin der Verlagsgemeinschaft, die sich 1999 unter dem Namen Hatje Cantz Verlag GmbH zusammenschloss. Kulenkampff war 18 Jahre verlegerische Geschäftsführerin des Hatje Cantz Verlages und für jährlich mehr als 200 Neuerscheinungen verantwortlich. Unter ihrer Leitung wurde der Hatje Cantz Verlag zu einem der international wichtigsten Kunstbuchverlage für zeitgenössische Kunst.

Der Aufsichtsrat der documenta hat Annette Kulenkampff im April 2013 zur Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH bestellt. Sie hat ihre Position am 1. April 2014 angetreten und ist für die Organisation der 2017 stattfindenden documenta 14 und das Management der Kunsthalle Fridericianum, des documenta Archivs und der documenta Halle zuständig. Annette Kulenkampff war Vorsitzende des Württembergischen Kunstvereins in Stuttgart, Vorstandsmitglied der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart, des Literaturhauses Stuttgart und Hochschulbeirat der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Seit 2014 ist sie Mitglied im Kuratorium der Stiftung »7000 Eichen“ in Kassel, Mitglied des Kuratoriums der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart sowie Kuratoriumsmitglied der Evangelischen Akademie Hofgeismar.

Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg - Annette Kulenkampf
© edisonga