»Lockdown.Gemütlichkeit« eine sechstägige nicht-öffentliche Installation auf einem öffentlichen Platz vor Rafael Ossami Saidy

Termin

16.04.2020 | 00:00 Uhr | Ludwigsburg, Marktplatz

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Öffentlicher Lockdown auf dem Ludwigsburger Marktplatz
Ein Satellit-Projekt des Stuttgarter Festivals »Die Irritierte Stadt« in Ludwigsburg 

bis Montag, 20. April 2020 ist »Lockdown.Gemütlichkeit« auf dem Marktplatz Ludwigsburg zu sehen: eine sechstägige nicht-öffentliche Installation auf einem öffentlichen Platz, für die gilt: Bitte besuchen Sie uns nicht! Die Installation kann per Livestream online betrachtet werden unter www.irritertestadt.de oder hier.

Aus aktuellem Anlass haben die beiden Regiestudent*innen und Regisseur*innen der ADK Anaïs D. Mauptit und Rafael Ossami Saidy das Projekt ihrem für das Festival »Die Irritierte Stadt. Ein Fest der Künste« (21. bis 26. Juli 2020) vorgesehenen Projekt »Beton.Gemütlichkeit« hinzugefügt. (Vgl. Pressemitteilung des Festivals). »Lockdown.Gemütlichkeit« entsteht im Rahmen von Rafael Ossami Saidys Regiestudium an der ADK.

Unter dem Titel »Lockdown.Gemütlichkeit« begibt sich Rafael Ossami Saidy in die private Isolation auf dem Ludwigsburger Marktplatz. In dem öffentlich sichtbaren und dennoch nicht-öffentlich zugänglich konzipierten Raum hat er einen Teppich, ein Bett, einen Sessel, einen Tisch und eine Lampe installiert: »Das Projekt ist eine Auseinandersetzung mit unserer jetzigen Situation: Wir sind in unsere vier Wände verwiesen worden, zu unserem eigenen Schutz, zum Schutz der anderen. Wir sind DRINNEN. Draußen ist jetzt ein gefährlicher Ort, ein Ansteckungsort, aber: Auch der Ort unserer Sehnsüchte, der Ort, an dem wir einander begegneten… «

Die Künstler*innen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Installation absolut konform mit den Versammlungsregelungen des Landes Baden-Württemberg durchgeführt wird, d.h. die Installation wird immer nur aus zwei Menschen bestehen: Dem Performer und einer Person, die die Installation überwacht.

Rafael Ossami Saidy

Rafael Ossami Saidy, 1990 in Berlin-Neukölln geboren, studierte an der Freien Universität Berlin Philosophie und Geschichte (Bachelor of Arts). Während des Masterstudiums absolvierte er mehrere Assistenzen und Hospitanzen in Theater und Film, u.a. am Berliner Ensemble, am UNI.T der Universität der Künste und bei Produktionen der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

Seit 2016 studiert Rafael Ossami Saidy an der ADK . Er arbeitet an den Schnittstellen von Sprechtheater, Tanz und Installation. An der ADK entstanden die Arbeiten »Something in a Drugstore« und »Hedda Gabler« (FURORE-Festival 2018), seine Inszenierung »Romeo und Julia«. An der Filmakademie Baden-Württemberg entstand unter seiner Regie der Film »Ein Volksfeind« hatte, der seine internationale Premiere 2019 beim Bilbao International Zinema School Fest feierte und vorher u. a. auf den Dresdner Filmrauschtagen zu sehen war.

Rafael Ossami Saidy gewann 2019 für sein Stück »Die Hausherren« den Ersten Preis beim Dramatikerwettbewerb ›Spiel.Frei.Gabe‹, der im Zusammenschluss der freien Bühnen (des Bochumer Prinz Regent Theater, des Zeitmaultheater und des Rottstr 5 Theater) ins Leben gerufen wurde. Die Premiere des Stücks ist für April 2020 am PrinzregentTheater Bochum geplant. Seit November 2019 erhält er das Stipendium der »Akademie Musiktheater heute« (AMH) in der Sparte Regie der Deutschen Bank Stiftung

 

ANAIS D. MAUPTIT

ANAIS D. MAUPTIT studierte Schauspiel in Cours Florent (Paris, 2011), im Anschluss Literatur- und Sprachwissenschaften an der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit der Pariser Sorbonne IV.  2015 bis 2017 arbeitete sie als feste Regieassistentin am Stadttheater Bonn, leitete den Jugendclub, inszenierte dort u.a. »Der Kunde ist König Ubu« und brachte ihre Stückentwicklung »Vin Rouge« über die Attentate in Paris 2015 zur Aufführung. Sie interessiert sich für Arbeiten, die Theater, Tanz und Musik zusammenfügen und arbeitet mehrsprachig.

Seit 2017 studiert sie Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Im Rahmen des Studiums entstanden das biographische Projekt »Vergiss mich endlich blöde Sau« über die Zärtlichkeit der Digitalen Welt,  und die Inszenierung »Penthesilea« nach H. v. Kleist, eine dokumentarische Arbeit über häusliche Gewalt.

2018 drehte sie mit Obdachlosen den Dokumentarfilm »Der Mann, der schneller als sein Schatten fuhr« und befragte das Verhältnis von Geld und Freiheit.