Solveig Eger (sie/ihr) als Alkestis (li.), Ruby Ann Rawson (sie/ihr) als Orest, in: »doch an uns wird manche:r sich  erinnern später noch« von Jule Bökamp und Ensemble
frei nach Euripides, Regie: Jule Bökamp Solveig Eger (sie/ihr) als Alkestis (li.), Ruby Ann Rawson (sie/ihr) als Orest, in: »doch an uns wird manche:r sich erinnern später noch« von Jule Bökamp und Ensemble frei nach Euripides, Regie: Jule Bökamp© Steven M. Schultz | ADK

Antike.
Zwischen Opferplatz
und Utopie
(interne Präsentationen)

4 Werkstatt-Inszenierungen von Jule Bökamp, Mathis Dieckmann, Marina Dumont, Jannik Graf | 
3. Studienjahr Regie und  Schauspiel | 1. und 2. Studienjahr Dramaturgie

Premiere Part I am Donnerstag, den 25. Februar 2021 und
Premiere Part II am
Freitag, den 26. Februar 2021 | Interne Präsentationen.
Die ADK ist bestrebt, die Inszenierungen zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich zu zeigen.

Termine Livestreams (Link wird ausschließlich intern verschickt.)

25. Februar 2021
12 Uhr_»Odyssee«_Regie: Marina Dumont-Anastassiadou
15 Uhr_»doch an uns wird manche:r sich erinnern später noch« Regie: Jule Bökamp

26. Februar 2021
12 Uhr_»Polyphonie« Regie: Mathis Dieckmann
15 Uhr_»ABSOLUT SCHÖN« Regie: Jannik Graf

Vier Werkstatt-
inszenierungen

In der Antike wird der Grundstock gelegt, der unser heutiges Verständnis des Geschichtenerzählens prägt. Der tragische männliche Held wird geboren und mit ihm die Frauenfiguren vor den Palästen. Der Chor tritt als Seismograph bestehender Ordnung auf. Damit dramatische Handlung entsteht, dürfen weder Mord noch Totschlag fehlen.

Mit gegenwärtigem Blick befragen die Regiestudent*innen Jule Bökamp, Mathis Dieckmann, Marina Dumont, Jannik Graf
– zusammen mit ihren Teams aus den Studiengängen Schauspiel und Dramaturgie, Gästen aus Bühnen- und Kostümbildklassen sowie weiteren Gästen für Schauspiel, Musik, Technik – auf experimentelle Art Konventionen antiker Mythologie.

Projektdozent*innen: Jasper Brandis (Regie), Sylvia Sobottka (Dramaturgie), Laura Tetzlaff (Schauspiel) | Mentor Regie: Tomáš Zielinski | Mentor Dramaturgie: Jens Groß | Mentor Schauspiel: Wulf Twiehaus

In Zusammenarbeit mit der ABK Stuttgart, der HfBK Dresden, der Hochschule Hannover und der Toneelacademie Maastrich.

»doch an uns wird manche:r sich erinnern später noch«
von Jule Bökamp und Ensemble
frei nach Euripides
Regie: Jule Bökamp

 

Audioeinführung von Sarah Charlotte Becker

»Ihr Fraun*, es empört schon lang mein armes Herz,
Daß ich euch seh mit Kot beworfen von Euripides,
Und hören muß, wie er euch schnöd verleumdet!«
(aus Aristophanes: Die Thesmophoriazusen)

wir haben bald keine zeit mehr für schmerzhaft aussichtslose narrative, deren ausgang uns nicht länger interessiert, und auch keine zeit mehr exemplarisch unpsychologisch rumzustehen, modell zu stehen für eine tausende jahre alte vergeltungslogik, anhand derer sich eine fragwürdige gesellschaft anerkennend selbst beklatscht; wir müssen hier jetzt ein leben leben.

Es spielen:
Solveig Eger (sie/ihr) als Alkestis, João Kreth d’Orey (they/them) als Medea, Julian Moritz (er/ihm) als Helena, Ruby Ann Rawson (sie/ihr) als Orest

Regie: Jule Bökamp (they/them)
Dramaturgie: Sarah Charlotte Becker (sie/ihr)
Bühnen- und Kostümbild: Wiebke Breitenfeld (sie/ihr) (HfBK Dresden)
Choreographie: Maria Chiara de’ Nobili (sie/ihr)

»Polyphonie«
von Mathis Dieckmann und Ensemble

Regie: Mathis Dieckmann

 

Audioeinführung von Philipp Schulze

Ein Chor? Eine Einheit? Wohin bewegen wir uns? Woran soll ich mich noch festhalten, bei Klima, Krieg, Opfer, Opfer mehr Opfer von Rassismus, Gewalt, Drogen, Sexismus, Verjüngungscreme, Gossip, Beef, Veganismus und ach überhaupt wohin denn noch?
Der antike Chor beobachtet, ordnet ein, vermittelt. Aber von diesem Gleichgesang ist nicht mehr viel übrig, in den Kommentarspalten, Postings, auf der Straße. Wie sollen wir da noch miteinander reden? Wo steht eine Gesellschaft, wenn sie sich übertönt, in ihrer Vielstimmigkeit überschlägt, aber nichts mehr klar zu vernehmen ist?

Es spielen:
Clara Luna Deina, Nils Eric Müller, Nicolas Schwarzbürger, Nora Solcher (HfMDK Frankfurt)

Regie:
Mathis Dieckmann
Dramaturgie
:
Philipp Schulze
Bühnen- und Kostümbild:
Greta Wilhelm (HfBK Dresden)

»Odyssee«
von Ensemble und Marina Dumont-Anastassiadou nach Homer

Regie: Marina Dumont-Anastassiadou

Audioeinführung von Lea Seiz

Wer kennt sie nicht? Eine der grössten Epen unserer Kultur: Die Odyssee und ihren titelgebenden Helden, der auf seiner Heimfahrt aus dem Krieg so viel erlebte und auch allerlei erleiden musste. Sie ist der Anfang und das Ende.

Und nun: Für ein letztes Mal werden die Gesänge vom grossen Seher und Künstler Tiresias in einer theatralen Lesung vorgetragen. Lassen Sie sich einen Abend voller Überraschungen nicht durch die Lappen gehen und ertragen Sie mit uns diese Stunden voller Männlichkeit.

Machen Sie sich auf ungeplante Ehrengäste gefasst!

Es spielen: Anna Lena Bucher (Mozarteum), Joscha Eißen, Luisa Krause, Cansu Yıldız

Regie:
Marina Dumont-Anastassiadou
Dramaturgie
:
Lea Seiz
Bühnenbild:
Vici Dewinski (HfBK Dresden)
Kostümbild: Marie Rebscher (Hochschule Hannover)
Choreographie: Han Nguyen
Musik: Benjamin Junghans

»ABSOLUT SCHÖN«
von Jannik Graf und Ensemble

Regie: Jannik Graf

Audioeinführung von Jessica Weismann (intern)

Sie hat ihr Leben der Schönheit verschrieben: Erst als Tänzerin, dann als Schauspielerin und schließlich als Regisseurin erlangt sie weltweiten Ruhm. Aber der Erfolg gründet auf Ausbeutung, Machtkämpfen und Verstrickungen in ein System, von dem sie später nichts gewusst haben will. Als ihre Welt zusammenbricht, beginnt das Leugnen, das Verdrängen und das Schweigen.
Das Ensemble befragt den Mythos einer Jahrhundertfigur nach ihrer Schuld und beschäftigt sich mit der Frage nach der Verantwortung von Kunst.

 

Es spielen:
David Gaviria, Olivia Heuss, Sarah Palarczyk, Larissa Pfau, Dominik Tippelt

Regie:
Jannik Graf
Dramaturgie
:
Jessica Weismann
Bühnenbild:
Kyung-Eun Min,
Kathrin Uhlirsch
(ABK Stuttgart)
Kostümbild:
Constanze Müller
(Toneelacademie Maastricht)