Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg - Von toten Vögeln »Von toten Vögeln. Ich suche den Fehler drin. Ein Doku-Märchen

Von toten Vögeln

In Kooperation mit der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart.
Vanessa Emde setzt die Reihe der vier Abschlussprojekte fort...

Premiere

03.03.2012 | 20:00 Uhr | ADK, Foyer

Eintritt € 5,- | Einlass/Kartenverkauf 19.00 Uhr | Wegen der geringen Platzkapazität melden Sie bitte Ihre Teilnahme an unter karten@adk-bw.de

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»Von toten Vögeln. Ich suche den Fehler darin«. Ein Doku-Märchen

Es ist mein 30stes Jahr und ich bin die Tochter einer Mutter, die Enkelin einer Großmutter, und ich möchte haben, was sie hatten, als sie noch jung waren. Das möchte ich auf keinen Fall: So sein wie sie, als sie noch jung waren, denn ich will mich ja selbst-verwirklichen. Auf der Suche nach der ultimativen Selbstverwirklichungs-Strategie, die ich auf Grund der Überfülle scheinbar adäquater  Möglichkeiten nicht zu finden vermag, letztlich an der Frage scheiternd, ob ich eine Mutter sein möchte, eine Frage die ich mir auf Grund meines Alters denke stellen zu sollen, interviewe ich meine Mutter und Großmutter vor allem im Hinblick darauf, ob sie das Mutter-Sein glücklich gemacht hat. Dem Trugschluss erliegend, dass eine Antwort auf diese Frage dazu führen könnte, dass ich mir bezüglich der eigenen Lebensfragen Klarheit verschaffe, gerate ich in den Strudel familiärer Ungereimtheiten und Ambivalenzen, mit dem Ergebnis, dass sich meine Fragen potenzieren und schließlich eben nicht befriedigend beantworten lassen. Eine Reise in das Archiv der Fotoalben und Familienanekdoten, Erinnerungen und Fantasien über die Vergangenheit verschmelzen zu einer dokumentarischen Märchen-Collage, die sich letztlich um mehr als meine Ausgangsfrage rankt: nämlich um die Geschichten, die wir uns erzählen, mit denen wir groß geworden und aus deren Stoff wir selbst sind, matrilineare Geschichten, die dazu führen konnten, dass ich unbedingt k_eine Mutter sein möchte, Geschichten, die Fluch und Segen zugleich sind, die vom Weiter-Schwimmen und sich (Ab)Treiben-Lassen handeln, Geschichten, die ich innerhalb eines Jahres ausgegraben, gepflückt und aufgehoben habe.

Mit Hilfe von acht Schauspieler*innen, zwei Bühnenbildner*innen, einer Musikerin und  einer Video-Künstlerin, entwickeln wir einen genre-übergreifenden Abend, der eine Antwort schuldig bleiben möchte.

Es spielen Paula Alamillo, Johannes Frick, Banafshe Hourmazdi, Tim Kalkhof, Claudia Lorentz, Marilena Netzker, Janina Schröder, Vera Streicher

Regie Vanessa Emde
Ausstattung Zophia Schneider | Andreas Hartmann (ABK Stuttgart)
Produktion/Regieassistenz Sonja Wallmersperger
Musik Viola Pawlowski
Video   Mareike Lauken
Projektmentor Thomas Zielinski