»ZER-RIS-SEN. Wenji: Auf der Suche nach Heimat«
Deutsche Erstaufführung

Musiktheater von Lam Bun-Ching
SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis
Regie: Johann Diel | Bachelorarbeit
Musikalische Leitung: Walter Nußbaum
Ausstattung: Romy Rexheuser

Eine Koproduktion mit dem KlangForum Heidelberg,
in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut (Univ. Heidelberg) und der HfBK Dresden.

Premiere

20.07.2019 | 20:00 Uhr | Hebelhalle Heidelberg

Anlässlich der Eröffnung des Heidelberger CATS (Centrum für Asiawissenschaften und Transkulturelle Studie) kommt die Kammeroper »WENJI – Eighteen songs of a Nomad Flute«, der in Macau und Hong Kong aufgewachsenen Komponistin Lam Bun-Ching (New York / Paris) auf ein Libretto von Xu Ying zur Europäischen Erstaufführung.

Regisseur ist Johann Diel, der mit dieser Arbeit seinen Bachelor an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg ablegt | Ausstattung: Romy Rexheuser | SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis | Musikalische Leitung: Walter Nußbaum

Die Kammeroper

Die Kammeroper erzählt die Geschichte der jungen Dichterin Cai Wenji, die in der Han-Zeit (2. Jhdt.) in der kosmopolitischen Kaiserstadt Chang’an (heute Xi’an) aufwächst, bevor sie von »barbarischen Nomaden« in die Mongolei verschleppt wird. Als sie nach 12 Jahren in der Fremde von einem chinesischen Gesandten zurück in die ihr fremd gewordenen Heimat geholt werden soll, erlaubt ihr Mann, der Hunnenführer Zuoxian, die Rückkehr – wenn auch ohne die gemeinsamen Söhne. Kehrt Wenji in die Heimat zurück?
Wo ist ihre Heimat?
Ihre Tragik liegt in der Zerrissenheit zwischen vergangenem Leben, der Suche nach Wurzeln in der Gegenwart und einer ungewissen Zukunft. Als sie die Nomaden verlassen soll, singt Wenji: »Alone I go home without the children, when I arrive I miss home every Day,« und dann weiter auf Chinesisch »仰天長嘆,哭無淚« – und ich schaue hoch zum Himmel, seufze laut und weine, tränenlos.«

Cai Wenji (177-250) ist eine historische Figur, sie gilt als der früheste namentlich bekannte Mensch, der Musik geschaffen und hinterlassen hat. Ihre »eighteen Songs of a Nomad Flute« (»18 Gedichte der Nomadenflöte«) sind Ausdruck von Isolation und Heimweh.

Johann M. Diel | Regie

Aufgewachsen in Frankfurt am Main, studierte Johann Michael Diel in Berlin Theaterwissenschaft und Griechische Philologie, ehe er begann an der Neuköllner Oper als Regieassistent zu arbeiten. Weitere Produktionen führten ihn an die Oper Frankfurt sowie an die Young Opera Company in Freiburg, bis er von 2013 bis 2016 am Theater Freiburg als Regieassistent und Abendspielleiter mit dem Schwerpunkt Oper engagiert war. Von 2015 bis 2107 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute und seit 2016 studiert er an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Regie. Seine Inszenierung von Uta Bierbaums »Hasen-Blues. Stopp.« war 2018 zum Körber Studio für junge Regie am Thalia in der Gaußstraße eingeladen und seine Produktionen des Abschlussjahres sind am Theater Freiburg sowie beim 1. Baden-Württembergischen Opernschultreffen im Wilhelma Theater Stuttgart und an der ADK sowie in der Hebelhalle Heidelberg zu sehen.