»ZER-RIS-SEN. Wenji: Auf der Suche nach Heimat«
Deutsche Erstaufführung

Musiktheater von Lam Bun-Ching
SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis
Regie: Johann Diel | Bachelorarbeit
Musikalische Leitung: Walter Nußbaum
Ausstattung: Romy Rexheuser

Eine Koproduktion mit dem KlangForum Heidelberg e.V.,
in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut (Univ. Heidelberg) und der HfBK Dresden.

Premiere

17.07.2019 | 19:30 Uhr | Bühnenturm, ADK

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Anlässlich der Eröffnung des Heidelberger CATS (Centrum für Asiawissenschaften und Transkulturelle Studie) kommt die Kammeroper »WENJI – Eighteen songs of a Nomad Flute«, der in Macau und Hong Kong aufgewachsenen Komponistin Lam Bun-Ching (New York / Paris) auf ein Libretto von Xu Ying zur Europäischen Erstaufführung.

Regisseur ist Johann Diel, der mit dieser Arbeit seinen Bachelor an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg ablegt. | Ausstattung: Romy Rexheuser | SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis | Musikalische Leitung: Walter Nußbaum

Die Kammeroper

Die Kammeroper erzählt die Geschichte der jungen Dichterin Cai Wenji, die in der Han-Zeit (2. Jhdt.) in der kosmopolitischen Kaiserstadt Chang’an (heute Xi’an) aufwächst, bevor sie von »barbarischen Nomaden« in die Mongolei verschleppt wird. Als sie nach 12 Jahren in der Fremde von einem chinesischen Gesandten zurück in die ihr fremd gewordenen Heimat geholt werden soll, erlaubt ihr Mann, der Hunnenführer Zuoxian, die Rückkehr – wenn auch ohne die gemeinsamen Söhne. Kehrt Wenji in die Heimat zurück?
Wo ist ihre Heimat?
Ihre Tragik liegt in der Zerrissenheit zwischen vergangenem Leben, der Suche nach Wurzeln in der Gegenwart und einer ungewissen Zukunft. Als sie die Nomaden verlassen soll, singt Wenji: »Alone I go home without the children, when I arrive I miss home every Day,« und dann weiter auf Chinesisch »仰天長嘆,哭無淚« – und ich schaue hoch zum Himmel, seufze laut und weine, tränenlos.«

Cai Wenji (177-250) ist eine historische Figur, sie gilt als der früheste namentlich bekannte Mensch, der Musik geschaffen und hinterlassen hat. Ihre »eighteen Songs of a Nomad Flute« (»18 Gedichte der Nomadenflöte«) sind Ausdruck von Isolation und Heimweh.

KlangForum Heidelberg

Im KlangForum Heidelberg treffen sich Gestaltungsfreude und Virtuosität der Sänger der SCHOLA HEIDELBERG und der Instrumentalisten des ensemble aisthesis unter einem Dach. Die beiden Ensembles für zeitgenössische und Alte Musik begeistern das Publikum deutschlandweit, bei internationalen Festivals und als gefragte Gäste renommierter Konzertveranstalter. Mit der Konzeption eigener Konzertformate setzt das KlangForum Heidelberg neue, weitreichende Impulse im Verhältnis zwischen Musik und Gesellschaft.

Weitere Informationen siehe klangforum-heidelberg.de

 

Walter Nußbaum | Musikalische Leitung

„Grenzenlose Klangvielfalt“  Mannheimer Morgen, 02.02.17

Walter Nußbaum studierte Kirchenmusik und Dirigieren, war bis 1992 Kantor in -Heidelberg und danach bis 2015 Professor für Chorleitung und Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Er gründete 1992 die SCHOLA HEIDELBERG und das ensemble aisthesis.

Seine Schwerpunkte reichen von der frühen Vokalmusik bis zu Vokal- und Instrumentalwerken der Gegenwart. Mit Komponisten wie Heinz Holliger, Helmut Lachenmann, Bernhard Lang, Caspar Johannes Walter, Hans Zender, Johannes Kalitzke, Carola Bauckholt, Rebecca Saunders, Georg Friedrich Haas, Peter Eötvös, Salvatore Sciarrino u.a. arbeitete er eng zusammen und entdeckte das kompositorische Œuvre von René Leibowitz (Doppel-CD, Divox).

Zahlreiche Uraufführungen, Musiktheater-Produktionen (Bregenzer Festspiele, Nationaltheater Mannheim) und Kooperationen (u.a. Nonos Prometeo, Salzburger Festspiele), Dirigate bei Biennale Venedig, Luzerner Festspiele, Salzburg Biennale, Steirischer Herbst, Milano Musica, Musica viva München, Ultraschall Berlin, Wittener Tage für neue Kammermusik, Schwetzinger Festspiele, Tongyeong Festival u.v.a.

Internationale CD-Auszeichnungen: Diapason d’or, Choc u.a.

Johann M. Diel | Regie

Aufgewachsen in Frankfurt am Main, studierte Johann Michael Diel in Berlin Theaterwissenschaft und Griechische Philologie, ehe er begann an der Neuköllner Oper als Regieassistent zu arbeiten. Weitere Produktionen führten ihn an die Oper Frankfurt sowie an die Young Opera Company in Freiburg, bis er von 2013 bis 2016 am Theater Freiburg als Regieassistent und Abendspielleiter mit dem Schwerpunkt Oper engagiert war. Von 2015 bis 2107 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute und seit 2016 studiert er an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Regie. Seine Inszenierung von Uta Bierbaums »Hasen-Blues. Stopp.« war 2018 zum Körber Studio für junge Regie am Thalia in der Gaußstraße eingeladen und seine Produktionen des Abschlussjahres sind am Theater Freiburg sowie beim 1. Baden-Württembergischen Opernschultreffen im Wilhelma Theater Stuttgart und an der ADK sowie in der Hebelhalle Heidelberg zu sehen.