RIMINI PROTOKOLL »REMOTE LUDWIGSBURG« | Audiowalk durch die Ludwigsburger Innenstadt

Im Rahmen des Festivals »Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs« der KulturRegion Stuttgart 2020 |
Veranstaltet vom Fachbereich Kunst und Kultur in Kooperation mit der ADK

Termine: 26.09. (Auftakt) | 28.09. bis 02.10. | 6. bis 10.10. | 12. bis 17.10. |  jeweils 17 Uhr.
Montag 05.10., 18 Uhr | Samstag, 10.10., 13 Uhr | Samstag, 17.10., 13 Uhr

Alle Termine und Karten sowie den Startpunkt des Audiowalks in Kürze unter www.unterbeobachtung.net und im Veranstaltungskalender der Stadt Ludwigsburg. Projektinfos hier

 

Ticket: 12 € / ermäßigt 10 €
Anmeldung an abonnement@ludwigsburg.de oder (07141) 910 3918. Die Bezahlung der Tickets erfolgt in bar vor Ort an der Abendkasse.

 

Hinweis:

Bitte bringen Sie zum Audiowalk einen Mund-Nasen-Schutz mit. Start- und Endpunkt der Tour sind nicht identisch. Bitte seien Sie mindestens 15 Minuten vor Beginn am Startpunkt (Aussegnungshalle im Neuen Friedhof, Harteneckstraße 46, 71640 Ludwigsburg).

Bitte bringen Sie einen Ausweis o. ä. als Pfand für Ihren Kopfhörer mit. Längere Fußwege sind Teil der Veranstaltung. Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei. Alle Infos auch im Städtischen Veranstaltungskalender; dort wird auch bekanntgegeben, wenn ein Audiowalk ausgebucht sein sollte.

 

»Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs«. Das Festival

Im Rahmen des diesjährigen Festivals »Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs« (25. September bis 18. Oktober 2020) untersucht die KulturRegion Stuttgart vor dem Hintergrund einer immer transparenter werdenden Gesellschaft die changierende – oder sich sogar auflösende – Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. In diesem Spannungsfeld beschäftigt sich das Projekt mit wichtigen aktuellen Themen wie der Überwachung im öffentlichen Raum, Datenspeicherung und Datenklau, sozialen Medien und ständiger Verfügbarkeit sowie Strategien des Rückzugs.

Gibt es noch Rückzugsorte, um sich als Individuum zu schützen und zu behaupten? Wo sind die Refugien, Idyllen oder Freiräume, in denen wir Zuflucht finden? Können Kunst und Kultur solche Rückzugsmöglichkeiten sein? Oder stehen wir letztlich doch immer unter Beobachtung?

Nationale und internationale Künstler*innen verschiedener Sparten befassen sich mit diesen Fragen und entwickeln in den 21 teilnehmenden Kommunen Kunstwerke zu den Themen »Unter Beobachtung« und »Kunst des Rückzugs«.

 

»Remote Ludwigsburg« | Das Projekt

Für Ludwigsburg hat die Künstlergruppe Rimini-Protokoll eine Neuauflage ihrer partizipativen Performance »Remote X« entwickelt. In »Remote Ludwigsburg« macht sich eine mit Kopfhörern ausgestattete Gruppe gemeinsam auf zu einem ungewöhnlichen Rundgang durch die Stadt. Eine künstliche Stimme, wie man sie von Navigationssystemen kennt, leitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit jedem Schritt wird die Computerstimme vertrauter.

Doch wer spricht da und wem folgen wir, wenn wir uns von ihr leiten lassen? Wie beeinflusst die künstliche Intelligenz die Wahrnehmung des Stadtraums? Und wie wirkt sich die Fernsteuerung auf das Verhalten der Gruppe aus? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beobachten sich gegenseitig, treffen individuelle Entscheidungen und sind doch immer Teil der Gruppe.

»Remote X« stellt die Frage nach Künstlicher Intelligenz, Big Data und dem Verhältnis von Fremd- und Selbstbestimmung. Das Projekt bewegt sich als mobiles Forschungslabor seit 2013 durch mehr als 40 Städte weltweit.

Dabei baut jede neue ortsspezifische Version auf der Dramaturgie der Vor-Stadt auf und entwickelt das Stück so immer weiter. In Ludwigsburg führt die Route entlang verschiedener innerstädtischer Rückzugs- und Beobachtungsorte – inspiriert durch Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger. Durch den Fokus auf innerstädtische Rückzugs- und Beobachtungsorte werden die ansonsten eher abstrakten Themen (Selbst-)Überwachung, Künstliche Intelligenz, Big Data und die damit verbundene Frage nach Rückzugsmöglichkeiten konkret erlebbar gemacht.

Nicht nur die Grenzen zwischen öffentlich und privat, sondern auch die zwischen Kunst und Realität lösen sich dabei ein Stück weit auf.

 

 

 

»Rimini Protokoll« | Die Künstler

»Remote X« ist eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Maria Matos Teatro Municipal und dem Goethe-Institut Portugal, Festival Theaterformen Hannover/Braunschweig, Festival d’Avignon, Zürcher Theater Spektakel, und der Kaserne Basel.

Die Produktion wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und unterstützt von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. »Remote X« entsteht in Koproduktion mit House on Fire und mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union.

In Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) und gefördert durch die Wüstenrot Stiftung.

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben im Jahr 2000 die Gruppe »Rimini Protokoll« gegründet. Mit ihren Bühnenstücken, Interventionen, szenischen Installationen und Hörspielen erweitern sie die Mittel des Theaters, um neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaffen. Dabei übersetzen sie gerne Räume oder soziale Ordnungen in theatrale Formate. Viele ihrer Arbeiten zeichnen sich durch Interaktivität und einen spielerischen Umgang mit Technik aus.

Konzept & Skript / Regie: Stefan Kaegi
Recherche: Jörg Karrenbauer
Co-Regie & Realisation Ludwigsburg: Anton Rose
Sound Design: Nikolas Neecke
Sound Design Ludwigsburg: Nikolas Neecke, Karolin Killig
Dramaturgie: Aljoscha Begrich
Produktionsleitung: Epona Hamdan